Ein Heizkörper kann auch mit niedrigerer Vorlauftemperatur ausreichend Wärme liefern. Entscheidend ist jedoch nicht allein, ob auf dem Produkt „Typ 22“ oder „Typ 33“ steht. Die verfügbare Heizkörperleistung muss bei den tatsächlich geplanten Systemtemperaturen zur Heizlast des jeweiligen Raumes passen. Reicht die Leistung nicht, lässt sich die Heizfläche je nach Platzangebot vergrößern oder eine leistungsstärkere Bauart wählen.
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Was bedeutet niedrige Vorlauftemperatur beim Heizkörper?
Das bedeutet nicht, dass klassische Heizkörper grundsätzlich ungeeignet für ein Niedertemperatur-Heizsystem sind. Entscheidend ist vielmehr, ob ihre verbleibende Wärmeleistung bei dem vorgesehenen Temperaturniveau noch ausreicht, um die raumweise Heizlast zu decken.
Genau deshalb muss zwischen zwei Fragen unterschieden werden: Wie niedrig soll die Heizungsanlage betrieben werden? und wie groß beziehungsweise leistungsfähig muss die Heizfläche dafür sein?
Hohe Temperaturdifferenz
Ein Heizkörper kann bei größerer Temperaturdifferenz zwischen Heizwasser und Raum mehr Wärme übertragen.
Niedrige Temperaturdifferenz
Sinkt die Temperaturdifferenz, sinkt bei demselben Heizkörper auch die Wärmeabgabe.
Ausgleich
Mehr Heizfläche oder eine leistungsstärkere Bauart kann die geringere Wärmeabgabe teilweise beziehungsweise vollständig ausgleichen.
Für die Auswahl bedeutet das: Die Frage „Typ 22 oder Typ 33?“ kann erst sinnvoll beantwortet werden, wenn die benötigte Raumleistung und die vorgesehenen Systemtemperaturen bekannt sind.
Warum verliert ein Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur Leistung?
Ein wassergeführter Heizkörper erzeugt die Wärme nicht selbst. Er überträgt die Wärme des Heizwassers an den Raum. Wie viel Wärme übertragen werden kann, hängt wesentlich von der Temperaturdifferenz zwischen Heizkörper und Raum ab.
Ein Heizkörper kann also beispielsweise unter bestimmten Prüfbedingungen eine ausreichende Nennleistung besitzen und bei deutlich abgesenkter Vorlauftemperatur für denselben Raum dennoch zu wenig Wärme übertragen.
Für eine korrekte Auswahl benötigt man daher mindestens:
- die Heizlast beziehungsweise den erforderlichen Wärmebedarf des Raumes,
- die geplante Vorlauftemperatur,
- die geplante Rücklauftemperatur,
- die angesetzte Raumtemperatur,
- die Heizkörperleistung bei diesen beziehungsweise entsprechend umgerechneten Bedingungen.
Muss ein Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur größer werden?
Gerade in Bestandsgebäuden wurden Heizkörper nicht immer exakt auf den heutigen Wärmebedarf dimensioniert. Gleichzeitig kann sich die Heizlast durch neue Fenster, Dämmmaßnahmen oder andere energetische Verbesserungen seit dem Einbau der Heizkörper reduziert haben.
Deshalb ist es falsch, bei einer Umstellung auf niedrigere Temperaturen pauschal alle Heizkörper auszutauschen. Ebenso falsch wäre es, ohne Prüfung davon auszugehen, dass sämtliche vorhandenen Heizkörper ausreichend groß sind.
Die richtige Reihenfolge
Typ 22 bei niedriger Vorlauftemperatur: Wann reicht er aus?
Bei einem klassischen Plattenheizkörper beschreibt die Typbezeichnung den konstruktiven Aufbau. Ein Typ 22 besitzt zwei wasserführende Platten und zwei Konvektionsblechreihen.
Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, ob Typ 22 grundsätzlich für niedrige Temperaturen geeignet ist. Entscheidend ist, ob der konkrete Typ-22-Heizkörper in der gewählten Größe bei den vorgesehenen Systemtemperaturen genügend Wärmeleistung für den Raum erreicht.
Typ 22 kann sinnvoll sein, wenn …
- ausreichend Wandbreite vorhanden ist,
- eine größere Bauhöhe möglich ist,
- die benötigte Heizleistung bereits mit Typ 22 erreicht wird,
- eine geringere Bautiefe gegenüber Typ 33 am Montageort vorteilhaft ist,
- der Heizkörper nicht unnötig weit in einen schmalen Raum oder Durchgang ragen soll.
Auch im eigenen Sortiment zeigt sich, warum die Typbezeichnung nicht allein entscheidet: Heizkörper werden in mehreren Abmessungen angeboten. Dadurch verändert sich innerhalb desselben Typs bereits die verfügbare Heizleistung erheblich.
Typ 33 bei niedriger Vorlauftemperatur: Wann bringt die größere Bautiefe Vorteile?
Typ 33 besitzt drei wasserführende Platten und drei Konvektionsblechreihen. Dadurch kann innerhalb vergleichbarer Höhe und Breite mehr wärmeübertragende Fläche untergebracht werden als bei Typ 22. Gleichzeitig nimmt die Bautiefe zu.
Typ 33 kann sinnvoll sein, wenn …
- ein Typ 22 in der maximal möglichen Breite zu wenig Leistung liefert,
- der Heizkörper wegen einer Fensterbank nicht höher werden kann,
- mehr Leistung auf begrenzter Wandfläche benötigt wird,
- die zusätzliche Bautiefe am Montageort unproblematisch ist,
- eine niedrige Systemtemperatur erreicht werden soll und dafür mehr Heizfläche benötigt wird.
Wann Typ 33 trotz höherer Leistung unpraktisch sein kann
Mehr Bautiefe benötigt mehr Raum. Das kann beispielsweise in einem schmalen Flur, neben einer Tür, in einer engen Nische oder hinter Möbeln problematisch werden. Deshalb muss nicht nur die Heizleistung, sondern auch der komplette Montagebereich vermessen werden.
Typ 22 oder Typ 33 bei niedriger Vorlauftemperatur?
| Kriterium | Typ 22 | Typ 33 |
|---|---|---|
| Wasserführende Platten | 2 | 3 |
| Konvektionsblechreihen | 2 | 3 |
| Bautiefe | Geringer als bei vergleichbarem Typ 33 | Größer |
| Leistung bei gleicher Höhe/Breite | Niedriger als bei entsprechendem Typ 33 | In der Regel höher |
| Vorteil bei viel Wandbreite | Sehr interessant, weil über größere Abmessungen Leistung gewonnen werden kann | Nicht zwingend erforderlich |
| Vorteil bei begrenzter Frontfläche | Kann an Leistungsgrenze kommen | Kann mehr Leistung auf derselben Frontfläche ermöglichen |
| Schmaler Durchgang | Geringere Bautiefe kann vorteilhaft sein | Zusätzliche Tiefe prüfen |
| Niedrige Vorlauftemperatur | Geeignet, wenn Leistung ausreichend | Geeignet, wenn Leistung ausreichend |
Größerer Typ 22 oder kompakterer Typ 33 – was ist besser?
Das ist eine der wichtigsten Kaufentscheidungen bei einer Niedertemperaturanlage. Beide Wege können zum Ziel führen: mehr Frontfläche oder mehr wärmeübertragende Fläche innerhalb einer kompakteren Front.
Variante A: Typ 22 breiter wählen
Ist an der Wand ausreichend Platz vorhanden, kann ein breiterer Typ 22 die benötigte Leistung erreichen. Das ist besonders interessant, wenn eine geringe Bautiefe gewünscht wird.
Variante B: Typ 22 höher wählen
Unter einer niedrigen Fensterbank ist diese Möglichkeit begrenzt. An einer freien Wand kann zusätzliche Bauhöhe dagegen eine Option sein, sofern das gewünschte Modell in entsprechenden Abmessungen angeboten wird.
Variante C: auf Typ 33 wechseln
Wenn Breite und Höhe weitgehend vorgegeben sind, lässt sich über die größere Bautiefe zusätzliche Heizfläche unterbringen. Dann kann Typ 33 die praktischere Lösung sein.
Variante D: andere Heizkörperform nutzen
Ist eine Wand sehr schmal, kann statt eines breiteren Kompaktheizkörpers auch eine vertikale Heizkörperform interessant sein. Auch hier muss jedoch die konkrete Wärmeleistung bei den geplanten Temperaturen geprüft werden.
Vorhandene Heizkörper für niedrigere Vorlauftemperatur prüfen
Das ist deshalb sinnvoll, weil nicht jeder Raum denselben Engpass besitzt. In einem Raum kann der vorhandene Heizkörper bereits ausreichend groß sein, während in einem anderen Raum eine größere Heizfläche benötigt wird.
Bestandsaufnahme pro Raum
- Heizkörpertyp bestimmen,
- Bauhöhe messen,
- Baulänge messen,
- Bautiefe beziehungsweise Typ bestimmen,
- Anschlussart dokumentieren,
- Raumheizlast ermitteln,
- Leistung des Heizkörpers bei der Zieltemperatur bestimmen,
- Leistungsreserve oder Leistungsdefizit feststellen.
Kann man die Vorlauftemperatur einfach testweise absenken?
Bei einer bestehenden Heizungsanlage kann eine kontrollierte Absenkung der Heizkurve während geeigneter kalter Witterung Hinweise darauf geben, wie gut das Gebäude mit niedrigeren Heizwassertemperaturen zurechtkommt. Ein solcher Praxistest ersetzt jedoch keine genaue raumweise Auslegung.
Bleiben bei abgesenkter Temperatur einzelne Räume deutlich zurück, während andere weiterhin ausreichend warm werden, sind gerade diese Räume Kandidaten für eine genauere Prüfung von Heizlast, Heizkörperleistung, Volumenstrom und hydraulischer Einstellung.
Wärmepumpe mit Typ 22 oder Typ 33: Was ist wirklich entscheidend?
Wärmepumpen profitieren von möglichst niedrigen Heizwassertemperaturen. Gleichzeitig müssen die Heizflächen auch am Auslegungspunkt genügend Wärme an die Räume übertragen. Daraus entsteht die zentrale Planungsaufgabe: Die Vorlauftemperatur soll möglichst niedrig sein, ohne dass einzelne Räume ihre Solltemperatur nicht mehr erreichen.
Besonders im Bestand lohnt sich deshalb eine raumweise Optimierung. Wenn nur wenige Räume die erforderliche niedrige Systemtemperatur verhindern, kann der gezielte Austausch dieser Heizkörper sinnvoller sein als ein pauschaler Austausch im ganzen Gebäude.
Warum einzelne Heizkörper die Vorlauftemperatur bestimmen können
Die Heizungsanlage muss auch den ungünstigsten ausreichend beheizten Raum versorgen können. Benötigt beispielsweise ein bestimmter Raum wegen einer kleinen Heizfläche ein höheres Temperaturniveau als alle anderen Räume, kann dieser Raum die notwendige Heizkurve des Gesamtsystems nach oben treiben.
Wird gerade dort die Heizfläche vergrößert, kann es möglich werden, die Anlage mit einem niedrigeren Temperaturniveau zu betreiben. Ob und wie weit die Temperatur abgesenkt werden kann, muss anhand der konkreten Heizlasten und Heizkörperleistungen bestimmt werden.
Welche Wandfläche steht für einen Niedertemperatur-Heizkörper zur Verfügung?
Wenn mehr Heizleistung bei niedrigerer Vorlauftemperatur benötigt wird, stellt sich sofort die Platzfrage. Dabei sollten drei Dimensionen getrennt betrachtet werden: Breite, Höhe und Tiefe.
| Platzsituation | Mögliche Strategie | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Viel Wandbreite | Typ 22 breiter dimensionieren | Leistung bei Zieltemperatur und Anschlussposition |
| Breite begrenzt, Tiefe verfügbar | Typ 33 prüfen | Bautiefe, Wandabstand und Raumgeometrie |
| Breite begrenzt, Höhe verfügbar | Vertikale Bauform prüfen | Leistung, Anschlüsse und Wandtragfähigkeit |
| Unter Fensterbank | Breite oder Typ optimieren | Verfügbare Bauhöhe und Montageabstände |
| Schmaler Flur | Bautiefe besonders berücksichtigen | Typ 33 kann stärker in den Raum ragen |
| Bestehende Nische | Alle drei Abmessungen abgleichen | Zusätzlicher Platz für Ventil und Anschluss |
Heizkörper vergrößert – warum Heizkurve und Hydraulik trotzdem wichtig bleiben
Ein größerer Heizkörper allein garantiert noch keinen optimalen Niedertemperaturbetrieb. Die Wärme muss über das Heizungswasser tatsächlich zur Heizfläche gelangen und die Regelung muss zur Anlage passen.
Heizkurve
Die Heizkurve bestimmt bei witterungsgeführten Anlagen, welches Temperaturniveau abhängig von der Außentemperatur bereitgestellt wird. Ist sie unnötig hoch eingestellt, wird das Potenzial größer dimensionierter Heizflächen nicht vollständig genutzt.
Hydraulischer Abgleich
Die Heizflächen müssen mit den für die Auslegung vorgesehenen Volumenströmen versorgt werden. Ein hydraulischer Abgleich hilft dabei, die Wasserverteilung im Heizsystem auf die einzelnen Heizflächen abzustimmen.
Thermostatventile
Ventile und deren Einstellungen müssen ebenfalls zur hydraulischen Planung passen. Ein großer Heizkörper kann seine geplante Leistung nicht allein deshalb erreichen, weil er mehr Fläche besitzt; auch die wasserseitigen Betriebsbedingungen müssen stimmen.
Diese Fehler sollten Sie bei Niedertemperatur-Heizkörpern vermeiden
| Fehler | Warum problematisch? | Besser |
|---|---|---|
| Typ 33 pauschal als Pflicht ansehen | Auch Typ 22 kann ausreichend Leistung liefern | Konkrete Wattwerte vergleichen |
| Nur die Nennleistung betrachten | Bei niedrigerer Temperatur steht weniger Leistung zur Verfügung | Leistung bei Zieltemperatur verwenden |
| Alle Heizkörper austauschen | Viele Bestandsheizkörper können bereits ausreichend groß sein | Raumweise prüfen |
| Nur Heizkörperbreite vergleichen | Typ, Höhe und Tiefe beeinflussen die verfügbare Heizfläche | Gesamte Bauform bewerten |
| Typ 33 ohne Tiefenprüfung kaufen | Der Heizkörper kann zu weit in den Raum ragen | Bautiefe vor Bestellung messen |
| Heizlast ignorieren | Ohne benötigte Raumleistung fehlt die Auslegungsbasis | Raumheizlast bestimmen |
| Hydraulik ignorieren | Heizflächen können falsch durchströmt werden | Gesamtsystem hydraulisch abstimmen |
| Nur einen warmen Herbsttag testen | Die erforderliche Leistung bei kalter Witterung wird nicht beurteilt | Auslegung auf relevante Winterbedingungen stützen |
Szenariofinder: größerer Heizkörper, Typ 22 oder Typ 33?
Kauf-Checkliste für Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur
- Raumheizlast beziehungsweise benötigte Wärmeleistung bekannt
- Geplante Vorlauftemperatur bekannt
- Geplante Rücklauftemperatur bekannt
- Angesetzte Raumtemperatur bekannt
- Heizkörperleistung bei diesen Betriebsbedingungen geprüft
- Nicht nur Nennleistung aus einer anderen Temperatursituation übernommen
- Vorhandenen Heizkörper vor Austausch identifiziert und vermessen
- Geprüft, ob vorhandener Heizkörper bereits ausreichend groß ist
- Bei Leistungsdefizit zunächst verfügbare Wandfläche geprüft
- Maximale Heizkörperbreite gemessen
- Maximale Heizkörperhöhe gemessen
- Maximale sinnvolle Bautiefe geprüft
- Bei viel Wandbreite größeren Typ 22 geprüft
- Bei begrenzter Frontfläche Typ 33 geprüft
- Bei schmaler Wand vertikale Heizkörperform geprüft
- Fensterbank und Montageabstände berücksichtigt
- Ventile und Thermostatkopf in der Platzplanung berücksichtigt
- Anschlussposition des vorhandenen Rohrnetzes geprüft
- Hydraulischen Abgleich bei Anlagenoptimierung berücksichtigt
- Heizkurve nicht unnötig hoch eingestellt
- Bei Wärmepumpenumrüstung kritische Räume einzeln bewertet
- Bei Unsicherheit fachgerechte raumweise Auslegung vorgesehen
Häufige Fragen zu Heizkörpern mit niedriger Vorlauftemperatur
Welcher Heizkörper eignet sich für niedrige Vorlauftemperaturen?
Geeignet ist ein Heizkörper, dessen Wärmeleistung bei den geplanten Vorlauf-, Rücklauf- und Raumtemperaturen mindestens zur Heizlast des jeweiligen Raumes passt. Das kann je nach Auslegung Typ 22, Typ 33 oder eine andere ausreichend große Heizfläche sein.
Brauche ich bei niedriger Vorlauftemperatur immer Typ 33?
Nein. Ein ausreichend groß dimensionierter Typ 22 kann ebenfalls geeignet sein. Typ 33 wird besonders interessant, wenn bei begrenzter Höhe und Breite mehr Heizleistung benötigt wird.
Ist Typ 33 besser für eine Wärmepumpe als Typ 22?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist die verfügbare Wärmeleistung bei der geplanten Systemtemperatur. Erreicht Typ 22 diese Leistung bereits, ist Typ 33 nicht allein wegen der Wärmepumpe erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen Typ 22 und Typ 33?
Typ 22 besitzt zwei wasserführende Platten und zwei Konvektionsblechreihen. Typ 33 besitzt drei Platten und drei Konvektionsblechreihen. Typ 33 kann dadurch bei vergleichbarer Höhe und Breite mehr Leistung bereitstellen, benötigt aber mehr Bautiefe.
Warum wird mein Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur weniger warm?
Mit sinkender Heizwassertemperatur sinkt die Temperaturdifferenz zwischen Heizkörper und Raum. Dadurch reduziert sich die Wärmeabgabe des Heizkörpers. Das ist ein physikalisch normaler Vorgang.
Muss ein Niedertemperatur-Heizkörper besonders heiß werden?
Nein. Gerade bei niedrigen Systemtemperaturen fühlt sich die Heizfläche weniger heiß an. Entscheidend ist nicht die gefühlte Oberflächentemperatur, sondern ob über die Betriebszeit ausreichend Wärme zur Deckung der Raumheizlast übertragen wird.
Muss ich für eine Wärmepumpe alle Heizkörper austauschen?
Nein. Vorhandene Heizkörper sollten raumweise geprüft werden. Sind sie bei der geplanten Systemtemperatur ausreichend leistungsfähig, besteht allein wegen der Wärmepumpe kein Grund zum Austausch.
Kann ich eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern betreiben?
Ja. Entscheidend ist, dass Gebäude, Heizflächen und Wärmepumpe auf ein geeignetes Temperaturniveau abgestimmt werden. Große beziehungsweise ausreichend dimensionierte Heizkörper können auch in Wärmepumpenanlagen eingesetzt werden.
Sollte ich lieber einen größeren Typ 22 oder Typ 33 nehmen?
Bei ausreichend Wandbreite kann ein größerer Typ 22 sinnvoll sein. Ist die Frontfläche begrenzt, kann Typ 33 mehr Leistung innerhalb ähnlicher Höhe und Breite ermöglichen. Vergleichen Sie die konkreten Leistungswerte bei Ihrer Zieltemperatur.
Warum ist Typ 33 tiefer?
Typ 33 besitzt eine zusätzliche wasserführende Platte und eine zusätzliche Konvektionsblechreihe gegenüber Typ 22. Dieser Aufbau benötigt entsprechend mehr Bautiefe.
Kann ich einfach den größten Heizkörper einbauen?
Das ist keine saubere Auslegungsmethode. Der Heizkörper sollte passend zur Raumheizlast, zur geplanten Systemtemperatur und zum verfügbaren Bauraum ausgewählt werden. Eine größere Heizfläche kann sinnvoll sein, sollte aber gezielt dimensioniert werden.
Wie erkenne ich, ob mein vorhandener Heizkörper groß genug ist?
Bestimmen Sie Typ und Abmessungen des Heizkörpers und ermitteln Sie dessen Leistung bei den geplanten Systemtemperaturen. Diese wird anschließend mit der Raumheizlast verglichen.
Kann ich die Vorlauftemperatur meiner alten Heizung testweise senken?
Eine kontrollierte Absenkung der Heizkurve während ausreichend kalter Witterung kann praktische Hinweise liefern. Für eine belastbare Planung einer neuen Heizungsanlage sollte die raumweise Auslegung dennoch rechnerisch geprüft werden.
Was mache ich, wenn nur ein Zimmer bei niedriger Vorlauftemperatur nicht warm wird?
Prüfen Sie zuerst diesen Raum: Heizlast, Heizkörperleistung, Ventileinstellung und hydraulische Versorgung. Ein gezielter Austausch beziehungsweise eine Vergrößerung dieser Heizfläche kann sinnvoller sein, als die Vorlauftemperatur des gesamten Systems anzuheben.
Kann ein größerer Heizkörper die Vorlauftemperatur senken?
Eine größere beziehungsweise leistungsfähigere Heizfläche kann dieselbe erforderliche Raumleistung bei einer geringeren Temperaturdifferenz übertragen. Ob dadurch die Vorlauftemperatur der gesamten Anlage abgesenkt werden kann, hängt von allen Räumen und der Gesamtplanung ab.
Welche Vorlauftemperatur ist für eine Wärmepumpe ideal?
Grundsätzlich arbeitet eine Wärmepumpe günstiger, wenn das erforderliche Temperaturniveau niedrig gehalten werden kann. Eine pauschale optimale Temperatur für jedes Gebäude gibt es jedoch nicht. Die erforderliche Temperatur ergibt sich unter anderem aus Gebäudeheizlast, Raumheizlasten und Größe der Heizflächen.
Ist 55 °C noch eine niedrige Vorlauftemperatur?
Im Zusammenhang mit der Wärmepumpenvorbereitung wird eine maximale Vorlauftemperatur von etwa 55 °C am Auslegungspunkt häufig als Orientierung für „Niedertemperatur-ready“ verwendet. Niedrigere Temperaturen können die Effizienz weiter begünstigen, sofern die Heizflächen damit die erforderliche Raumleistung bereitstellen.
Warum ist die Rücklauftemperatur ebenfalls wichtig?
Die Heizkörperleistung hängt nicht allein von der Vorlauftemperatur ab. Für die thermische Betrachtung sind Vorlauf, Rücklauf und Raumtemperatur gemeinsam relevant. Deshalb sollte eine Leistungsangabe immer mit den dazugehörigen Temperaturbedingungen betrachtet werden.
Ist ein vertikaler Heizkörper für niedrige Vorlauftemperatur geeignet?
Ja, wenn seine Wärmeleistung bei den geplanten Systemtemperaturen zur Raumheizlast passt. Die vertikale Bauform ist vor allem dann interessant, wenn wenig Wandbreite, aber ausreichend Raumhöhe vorhanden ist.
Kann ich einen Designheizkörper mit einer Wärmepumpe verwenden?
Auch hier entscheidet nicht die Bezeichnung „Designheizkörper“, sondern die technische Leistung bei den vorgesehenen Betriebsbedingungen. Vor dem Kauf müssen Heizleistung, Abmessungen und Anschlussart geprüft werden.
Was ist wichtiger: Typ 22/33 oder die Wattzahl?
Für die Raumbeheizung ist die tatsächlich verfügbare Wärmeleistung bei den geplanten Temperaturbedingungen entscheidend. Die Typbezeichnung beschreibt den Aufbau und hilft zu verstehen, wie diese Leistung innerhalb bestimmter Abmessungen erreicht wird.
Kann ich einen Typ 22 einfach durch Typ 33 ersetzen?
Nicht ohne weitere Prüfung. Neben der Heizleistung verändert sich insbesondere die Bautiefe. Außerdem müssen Anschlussposition, Wandhalterung, Rohrführung und verfügbarer Montageplatz zum konkreten neuen Heizkörper passen.
Hilft der hydraulische Abgleich bei niedriger Vorlauftemperatur?
Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass die Heizflächen entsprechend der Anlagenplanung mit Heizwasser versorgt werden. Er ersetzt keine fehlende Heizfläche, ist aber ein wichtiger Bestandteil einer abgestimmten Niedertemperaturanlage.
Was sollte ich vor dem Kauf eines Niedertemperatur-Heizkörpers wissen?
Sie sollten mindestens die benötigte Raumleistung, die geplanten Systemtemperaturen, die verfügbare Wandfläche und die vorhandene beziehungsweise geplante Anschlussart kennen. Erst danach lässt sich sinnvoll zwischen Größe, Typ 22, Typ 33 oder einer anderen Bauform entscheiden.
Bei niedriger Vorlauftemperatur zählt Heizfläche – nicht automatisch Typ 33
Typ 33 ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, mehr wärmeübertragende Fläche auf einer begrenzten Wandfläche unterzubringen. Das macht ihn insbesondere dort interessant, wo ein Typ 22 aufgrund begrenzter Höhe oder Breite die erforderliche Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur nicht mehr erreicht.
Ist dagegen ausreichend Wandfläche vorhanden, kann ein größerer Typ 22 die bessere bauliche Lösung sein. Er benötigt weniger Bautiefe und kann bei korrekter Dimensionierung ebenfalls für ein Niedertemperatursystem geeignet sein.
Bei einer Wärmepumpenumrüstung sollte deshalb nicht nach dem Prinzip „alle Heizkörper gegen Typ 33 austauschen“ vorgegangen werden. Sinnvoller ist eine raumweise Prüfung. Viele vorhandene Heizkörper besitzen möglicherweise bereits ausreichend Reserve; andere Heizkörper können gezielt vergrößert werden.
So wird nicht die Typnummer zum Ausgangspunkt der Planung, sondern das eigentliche Ziel: die erforderliche Raumwärme mit einem möglichst niedrigen, zur Gesamtanlage passenden Temperaturniveau bereitzustellen.

